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Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2011
Der Wirtschaftsraum Weser-Ems
Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2011
Weser-Ems-Mittelstand zeigt keine Schwäche − Erwartungen weiterhin optimistisch
Oldenburg, 13.10.2011
2011 ist ein Rekordjahr für die mittelständische Wirtschaft zwischen Weser und Ems. Die Einschätzungen der Unternehmen zur Geschäftslage sowie zur Entwicklung von Umsätzen und Beschäftigten sind sehr positiv ausgefallen. Alle Konjunkturindikatoren haben sich im Vergleich zum Herbst 2010 nochmals verbessert.
58,7 Prozent und damit mehr als die Hälfte der 950 Befragten sprechen von einer guten oder sehr guten Geschäftslage (2010: 54,6 Prozent). Überdurchschnittlich viele positive Einschätzungen finden sich im Baugewerbe, im Dienstleistungssektor sowie bei größeren Unternehmen aus dem Mittelstand. Wie im Vorjahr beklagt sich nur eine Minderheit von 2,6 Prozent der befragten Unternehmen (2010: 2,4 Prozent) über einen schlechten Geschäftsverlauf. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen verbesserte sich somit von 52,2 Punkten im Vorjahr auf 56,1 Punkte.
Für die Region Oldenburg (Landkreise Ammerland, Friesland, Oldenburg, Wesermarsch und die Städte Oldenburg und Wilhelmshaven) liegt der Saldo der positiven und negativen Beurteilung der aktuellen Geschäftslage bei 58,3 Punkten (Vorjahr: 52,9 Punkte).
Für die Region Leer (Landkreise Aurich, Emsland, Leer, Cloppenburg, Wittmund und Stadt Emden) beträgt der aktuelle Geschäftslage-Saldo 56,2 Punkte (Vorjahr: 54,1). Die Region Oldenburg liegt damit etwas über dem Weser-Ems-Wert, der bundesweite Saldo (57,9 Punkte) liegt genau zwischen dem der Regionen Leer und Oldenburg.
Nimmt man den Saldo der positiven und negativen Geschäftserwartungen hinzu, ergibt sich für den Oldenburger Raum ein guter Geschäftsklima-Index von 57,2 Punkten (Vorjahr 51,7), die Region Ostfriesland/Emsland liegt bei 54,5 Punkten (Vorjahr 51,4). Damit liegen diese Werte über dem Index für die gesamte Weser-Ems-Region (53,9), der wiederum deutlich unter dem Index von 57,0 Punkten (Vorjahr 44,2) aus der bundesweiten Creditreform Konjunkturumfrage liegt.
Die gute Stimmung im Weser-Ems-Mittelstand passt zur Entwicklung der Umsätze. So verzeichnete nahezu jedes zweite Unternehmen (48,5 Prozent) höhere Umsätze als im Vorjahr (45,4 Prozent). Jedes zehnte Unternehmen aus dem Weser-Ems-Raum (10,3 Prozent) musste Einbußen beim Umsatz hinnehmen. Im vergangenen Herbst hatten 17,8 Prozent der Befragten ein Umsatzminus gemeldet.
Die meisten Umsatzsteigerungen wurden im Verarbeitenden Gewerbe registriert. Hier verbesserten 52,4 Prozent der Befragten ihre Umsatzzahlen. Im Handel schafften das 48,8 Prozent, im Dienstleistungssektor 47,2 Prozent und im Baugewerbe 43,1 Prozent der Befragten. In allen vier Hauptwirtschaftsbereichen wurden zudem weniger Umsatzrückgänge gemeldet. Besonders deutlich wird dies im Baugewerbe. Hier verringerte sich der Anteil der Unternehmen, die Umsatzeinbußen zu verkraften hatten, binnen Jahresfrist von 24,6 auf 7,8 Prozent.
Hohe Einstellungsbereitschaft in allen Bereichen
Die mittelständische Wirtschaft hat wesentlichen Anteil am Jobwunder in Deutschland. Das gilt auch für die Unternehmen im Weser-Ems-Gebiet. Vier von zehn (39,6 Prozent) haben die Zahl ihrer Mitarbeiter in den letzten Monaten aufgestockt. Einen Personalabbau mussten während dieser Zeit 8,1 Prozent der Befragten vornehmen. Im Vergleich mit der Vorjahresbefragung zeigen die regionalen Mittelständler in diesem Jahr eine höhere Einstellungsneigung. Vor einem Jahr hatte nur jedes dritte Unternehmen (33,0 Prozent) angegeben, zusätzliche Stellen geschaffen zu haben. 11,0 Prozent berichteten damals von einem Personalabbau.
Jedes zweite Unternehmen (48,9 Prozent) aus der Region hat sich mit bis zu fünf neuen Arbeitskräften verstärkt – meist sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Jeder Fünfte (19,9 Prozent) hat eine neue Stelle geschaffen, 17,0 Prozent der Befragten stellten mehr als fünf zusätzliche Mitarbeiter ein.
Beschäftigungszuwächse sind in allen vier Hauptwirtschaftsbereichen festzustellen. Den höchsten Anteil an Unternehmen mit Personalaufstockungen findet sich im Verarbeitenden Gewerbe (42,3 Prozent), gefolgt vom Baugewerbe (41,3 Prozent) und dem Dienstleistungssektor (39,3 Prozent). Auch im Handel sind per Saldo neue Jobs entstanden; 35,0 Prozent der Handelsbetriebe haben das Personal aufgestockt, 7,4 Prozent mussten Entlassungen vornehmen.
Umsatzerwartungen trotzen den Rezessionsängsten, Investitionsplanungen vorsichtiger
Die Umsatzerwartungen der Mittelständler zeigen sich trotz der zunehmend schlechten Konjunkturnachrichten vergleichsweise stabil. Wie im Vorjahr rechnet jeder Dritte (33,2 Prozent; Vorjahr: 34,2 Prozent) in den kommenden Monaten mit Umsatzsteigerungen. Die Personal- und Investitionsplanungen der Unternehmen zeigen aber eine zunehmend
vorsichtige Vorgehensweise. Zwar gibt es auch in den kommenden Monaten per Saldo weiteren Personalbedarf im Mittelstand, da ein Siebtel der Befragten (14,4 Prozent) die Mitarbeiterzahl aufstocken will und nur einer von zwanzig (4,5 Prozent) Entlassungen plant. Allerdings zeigten die hiesigen Unternehmen im Vorjahr mehr Einstellungsfreude, als jeder Fünfte (19,1 Prozent) die Belegschaft vergrößern wollte.
Nachdem im Herbst 2010 noch 48,9 Prozent der befragten Mittelständler aus der Region Investitionen angekündigt hatte, hat sich dieser Anteil auf aktuell 46,6 Prozent verringert. Der Weser-Ems-Mittelstand zeigt sich damit bei seinen Investitionsplanungen zurückhaltender als der bundesweite Durchschnitt (49,1 Prozent).
Die mittelständische Wirtschaft ist in großen Teilen regional bzw. national ausgerichtet. Allerdings schreitet die Internationalisierung voran – vor allem bei größeren Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Rund drei Viertel der Mittelständler aus dem Weser-Ems-Raum (75,7 Prozent), die exportieren, erzielen bereits bis zu zehn Prozent des Gesamtumsatzes im Ausland. 6,2 Prozent der Unternehmen setzen mehr als jeden zweiten Euro im Ausland um.
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