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Wirtschaftslage Weser-Ems

Wirtschaftsboom im Weser-Ems-Gebiet - Erwartungen weiterhin sehr optimistisch

Leer, 05.05.2011


Wirtschaftslage und Finanzierung im Frühjahr 2011

Die Unternehmen zwischen Weser und Ems profitieren von dem aktuell sehr freundlichen Konjunkturumfeld. Das spiegelt sich in ihren Einschätzungen zur Geschäftslage wider und in der Entwicklung von Umsätzen und Beschäftigtenzahlen. Alle Konjunkturindikatoren haben sich im Vergleich zum vergangenen Frühjahr deutlich verbessert. Gut die Hälfte der 933 Befragten (56,1 Prozent) spricht von einer guten Geschäftslage, nachdem dieser Anteil vor einem Jahr nur 38,3 Prozent erreicht hatte. Besonders mittlere und große Unternehmen vergeben gute Noten. Lediglich eine Minderheit von 3,1 Prozent der befragten Unternehmen in der Region (Vorjahr: 7,7 Prozent) berichtet von einem schlechten Geschäftsverlauf. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen verbesserte sich somit von 30,6 Punkten im Vorjahr auf 53,0 Punkte.

Für die Region Oldenburg (Landkreise Ammerland, Friesland, Oldenburg, Wesermarsch und die Städte Oldenburg und Wilhelmshaven) liegt der Saldo der positiven und negativen Beurteilung der aktuellen Geschäftslage bei 55,8 Punkten (Vorjahr: 33,4 Punkte).
Für die Region Leer (Landkreise Aurich, Emsland, Leer, Cloppenburg, Wittmund und Stadt Emden) beträgt der aktuelle Geschäftslage-Saldo 53,7 Punkte (Vorjahr: 28,9). Beide Regionen stehen demnach etwas besser da als die Region Weser-Ems sowie deutlich besser als in der bundesweiten Bewertung (49,2 Punkte)

Nimmt man den Saldo der positiven und negativen Geschäftserwartungen hinzu, ergibt sich für beide Regionen ein ähnlicher Geschäftsklima-Index: der Oldenburger Raum liegt bei 56,6 Punkten (Vorjahr 36,0), die Region Ostfriesland/Emsland bei 57,0 Punkten (Vorjahr 32,6). Damit liegen diese Werte über dem Index für die gesamte Weser-Ems-Region (54,9, im Vorjahr 33,6), sowie deutlich über dem Index von 46,9 Punkten (Vorjahr 25,7) aus der bundesweiten Creditreform Konjunkturumfrage.

Die gute Stimmung im Weser-Ems-Mittelstand passt zur Entwicklung der Umsatzzahlen. So verzeichnete jedes dritte Unternehmen (32,0 Prozent) in den letzten sechs Monaten eine Umsatzsteigerung. Bei der Umfrage im vergangenen Frühjahr hatte das nur jedes Sechste (16,8 Prozent) angegeben. Bei 18,0 Prozent der Unternehmen sind die Umsätze gesunken, nachdem dieser Anteilswert im Frühjahr 2010 noch bei 35,0 Prozent lag. Sowohl im Handel, hier vor allem im Großhandel, sowie im Verarbeitenden Gewerbe, aber auch im Dienstleistungsbereich wurden überwiegend steigende Umsatzangaben registriert. Im Handel gelang das 38,6 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 17,3 Prozent), im Verarbeitenden Gewerbe 35,7 Prozent (Vorjahr: 19,5 Prozent) und im Dienstleistungssektor 35,5 Prozent (Vorjahr: 19,9 Prozent). Besser als im Vorjahr wird die Umsatzlage auch von der Baubranche eingeschätzt. Immerhin jeder achte Betrieb (12,4 Prozent) konnte trotz des Winterhalbjahres den Umsatz ausweiten (Vorjahr: 9,0 Prozent).

Kräftiger Personalzuwachs in allen Bereichen

Der Wirtschaftsaufschwung sorgt für einen steigenden Arbeitskräftebedarf. Immerhin 27,1 Prozent der Befragten haben in den zurückliegenden Monaten die Mitarbeiterzahl aufgestockt, nur 11,1 Prozent haben Personal abgebaut. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2010 mussten 17,6 Prozent der Unternehmen Stellen streichen. 18,7 Prozent wiesen damals eine größere Belegschaft auf. Verstärkt haben sich die Unternehmen in der Region vor allem mit sozialversicherungspflichtigen Vollzeitkräften. Mini-Jobs und Teilzeit spielten nur eine untergeordnete Rolle.

Zur Personalplanung in Weser-Ems: Jedes vierte Unternehmen (25,3 Prozent) wird den Personalbestand in den kommenden Monaten aufstocken. Reduzieren wollen nur 4,1 Prozent der Befragten. Nach überschlägigen Berechnungen dürften somit bis zum Herbst rund 22.000 neue Arbeitsplätze allein bei mittelständischen Unternehmen entstehen. Zuwächse beim Personal sind vor allem im Dienstleistungsgewerbe (27,5 Prozent der Befragten) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (27,0 Prozent) zu erwarten. Unterteilt nach Unternehmensgröße dürfte die meiste Beschäftigungsnachfrage von großen Mittelständlern ausgehen.
Der Mangel an Fachkräften ist auch für den regionalen Mittelstand ein Thema. Immerhin 28,7 Prozent der Befragten konnten zuletzt offene Stellen im Unternehmen nicht besetzen. Besonders Facharbeiter und Angestellte für qualifizierte Tätigkeiten konnten die Unternehmen nicht finden. Als Hauptgründe werden fehlende Bewerber oder keine geeigneten Bewerber angegeben.



Optimistische Umsatzprognosen und rege Investitionsplanungen

Der Aufschwung dürfte aus Sicht der Unternehmen sobald nicht abreißen. Fast jeder Zweite (47,6 Prozent) erwartet steigende Umsätze. Damit haben die Optimisten ihren Anteil ausgebaut. Im Frühjahr 2010 hatten sich lediglich 34,8 Prozent der Befragten derart zuversichtlich geäußert. Mit einem Umsatzrückgang rechnen derzeit nur 6,6 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 13,8 Prozent).

Jeder zweite Mittelständler in der Region (49,9 Prozent) hat Investitionen angekündigt, nachdem das im Vorjahr nur bei 47,5 Prozent der Befragten der Fall war. Dabei zeigen sich die Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (55,3 Prozent) sowie Dienstleister (43,8 Prozent) am investitionsfreudigsten.

Wieder mehr Finanzierungsspielraum

Die Ertragslage des Mittelstandes hat sich merklich verbessert. Knapp ein Viertel der Unternehmen (24,2 Prozent) meldet Ertragssteigerungen, nachdem das im vergangenen Frühjahr nur jedem Siebten (14,7 Prozent) gelang. Gleichzeitig schrumpft der Anteil der Unternehmen, die über Ertragseinbußen klagen; von einem Drittel auf noch 22,6 Prozent. Vor allem der Handel kräftigte seine Ertragsbasis.
Die Aussichten auf weitere Ertragssteigerungen sind gut. 40,5 Prozent der Befragten gehen in den kommenden Monaten von zunehmenden Gewinnen aus, während jeder Neunte (11,9 Prozent) mit sinkenden rechnet. Am pessimistischsten gibt sich in dieser Hinsicht der Bau.

(Zeichen: 5.830)
Leer, 05. Mai 2011

 



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