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Wirtschaftlage Weser-Ems-Gebiet, Herbst 2010
Wirtschaftslage Weser-Ems, Herbst 2010
Konjunkturelle Lage im Nordwesten deutlich erholt
Talsohle ist durchschritten − Geschäftsentwicklung wieder aufwärts gerichtet
Leer, 23.09.2010
Der Aufwärtstrend im Mittelstand der Region Weser-Ems hat im Herbst 2010 an Dynamik gewonnen. Mehr noch: Die befragten Unternehmen bewerten Ihre Geschäftslage derzeit so gut wie
lange nicht.
Aber auch Umsatzzahlen und Personalentwicklung haben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich verbessert. Mehr als jeder zweite der knapp 800 befragten Mittelständler (54,6 Prozent) antwortete auf die Frage nach der derzeitigen Geschäftslage mit „gut“ oder „sehr gut“. Nur wenige Unternehmen (2,4 Prozent äußerten
sich unzufrieden. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen erreicht damit +52,2 Punkte.
Im Vorjahr benoteten die befragten Unternehmen ihre Lage merklich zurückhaltender: Damals vergaben 37,9 Prozent die Note „gut“ oder „sehr gut“ und 7,9 Prozent ein „mangelhaft“ bzw. „ungenügend“.
Für die Region Oldenburg (Landkreise Ammerland, Friesland, Oldenburg, Wesermarsch und die Städte Oldenburg und Wilhelmshaven) liegt der Saldo der positiven und negativen Beurteilung der aktuellen Geschäftslage bei +52,9 Punkten (Vorjahr: +35,7 Punkte).
Für die Region Leer (Landkreise Aurich, Emsland, Leer, Cloppenburg, Wittmund und Stadt Emden) beträgt der aktuelle Geschäftslage-Saldo +54,1 Punkte (Vorjahr: +39,8).
Am positivsten beurteilen die Unternehmer im Landkreis Cloppenburg ihre aktuelle Geschäftslage: 60 Prozent sehen ihre Geschäftslage als gut, 10 Prozent sogar als sehr gut.
43,5 Prozent der befragten Mittelständler aus dem Landkreis Emsland schätzen ihre derzeitige Geschäftslage als gut ein, 12 Prozent sogar als sehr gut, nur 13 bzw. 2,2 Prozent bewerten sie als mangelhaft bzw. ungenügend. Allerdings beurteilt der Großteil der hiesigen Unternehmer die kommende Entwicklung etwas vorsichtiger: 39,1 Prozent schätzen ihre Geschäftslage im kommenden halben Jahr als gut ein, 40,2 Prozent als befriedigend.
In den Umsatzzahlen der Unternehmen der Region spiegeln sich diese positiven Einschätzungen tatsächlich wider: So verzeichneten 45,4 Prozent der Betriebe im Weser-Ems-Raum im vergangenen halben Jahr Umsatzsteigerungen (Vorjahr: 27,7 Prozent). Die höchsten Umsatzsteigerungen verzeichneten dabei die Landkreise Vechta (75 Prozent), Oldenburg (55,9 Prozent) und Ammerland (55,6 Prozent). Gleichzeitig sind die Umsätze bei 17,8 Prozent der Unternehmen gesunken (Herbst 2009: 37,9 Prozent) – negative Spitzenreiter
sind hier der Landkreis Wittmund (40,0 Prozent), die Stadt Wilhelmshaven (31,6 Prozent) und der Landkreis Wesermarsch (27,8 Prozent).
Damit dreht der Umsatzsaldo wieder in den positiven Bereich mit plus 27,6 Prozentpunkten. Insbesondere Unter-nehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich profitieren von zunehmenden Auftragseingängen. So sind die Umsätze bei jedem zweiten Betrieb aus dem Verarbeitenden Gewerbe (54,3 Prozent) gestiegen, bei 18,3 Prozent gingen sie zurück. Noch im Herbst 2009 war dieses Verhältnis umgekehrt: steigende Umsätze bei 19,1 Prozent; sinkende Umsätze bei 58,0 Prozent.
Jeder dritte Betrieb stellt zusätzliches Personal ein – Erwartungen von Optimismus geprägt
Auch der hiesige Arbeitsmarkt profitiert vom positiven Konjunkturtrend: Nicht nur hat sich die Einstellungsbereitschaft der Betriebe in der Region erhöht. 33,0 Prozent der befragten Mittelständler beschäftigten mehr Mitarbeiter als vor einem Jahr. Es mussten auch weniger Unternehmen Ar-beitsplätze abbauen (elf Prozent). Diese Entwicklung zieht sich durch alle vier Hauptwirtschaftsbereiche. Am vorsichtigsten wird die Personalpolitik noch im Handel betrieben.
Nicht nur die aktuelle wirtschaftliche Lage, auch die Ge-schäftsaussichten haben sich merklich verbessert. Erwartete im vergangenen Jahr nur jedes vierte Unternehmen (23,3 Prozent) steigende Umsätze, ist dies im Herbst 2010 be-reist bei jedem Dritten (34,2 Prozent) der Fall. Auch die an-gespannten Ertragsaussichten aus dem Vorjahr beginnen sich aufzuhellen. Drei von zehn Unternehmen (30,5 Prozent) gehen in den kommenden Monaten von zunehmenden Erträgen aus, während jeder Neunte (11,3 Prozent) mit sinkenden
Gewinnen rechnet. Am pessimistischsten gibt sich in dieser Hinsicht der Bau: Hier rechnen 16,2 Prozent mit steigenden und 14,8 Prozent mit sinkenden Gewinnen. Auch agieren die Baubetriebe in ihren Investitionsabsichten vorsichtiger: Lediglich 43,0 Prozent planen den Kauf neuer Maschinen und Werkzeuge. Im gesamten Weser-Ems-Raum ist dagegen jeder Zweite zu neuen Investitionen be-reit (48,9 Prozent; Vorjahr: 38,0 Prozent).
Wieder mehr Finanzierungsspielraum
Die Ausstattung der hiesigen Betriebe mit Eigenkapital ist zwar stabil. Für 2009 errechnet sich eine durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand von 33 Prozent. Allerdings beträgt die Eigenkapitalquote bei jedem Fünften (20,5 Prozent) weniger als zehn Prozent der Bilanzsumme. Diese Firmen gelten als unterkapitalisiert und sind beim nächsten Konjunkturknick insolvenzgefährdet. In den zurückliegenden Monaten hat sich der Zugang zu Finanzmitteln leicht gelockert. 42,2 Prozent der Mittelständler in Weser-Ems
(Vorjahr: 51,6 Prozent) berichten von verschlechterten Fi-nanzierungsbedingungen. Allerdings besteht weiterhin die Notwendigkeit, mehr Sicherheiten zu stellen, um einen Bankkredit zu erhalten. Auch höhere Kreditzinsen belasten diejenigen Unternehmen, die derzeit Fremdkapital benötigen. Eine Ablehnung mussten 6,8 Prozent der Kreditsuchenden hinnehmen.
(Oldenburg, 23. September 2010)
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