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Startseite News & Termine Creditreform News Lokale Nachrichten Wirtschaftlage Weser-Ems-Gebiet, Frühjahr 2010

Konjunkturlage im regionalen Mittelstand Frühjahr 2010

Noch kein Konjunkturaufschwung im Weser-Ems-Gebiet - aber Erwartungen sehr optimistisch

Leer, 22.04.2010

Der Mittelstand im Weser-Ems-Raum hat die schwere Wirtschaftskrise noch nicht vollständig verdaut. Der Creditreform Geschäftsklima-Index für die Region, der neben der Geschäftslage auch die Erwartungen der rund 1.100 befragten Unternehmen berücksichtigt, verbessert sich zwar um 8,7 Zähler auf 33,7 Punkte (Vorjahr: 25,0 Punkte; Deutschland: 25,7 Punkte). Dabei entfällt der Großteil des Anstiegs aber auf die deutlich zuversichtlicher ausgefallenen Geschäftserwartungen. Der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Erwartungen erreicht 36,6 Punkte – ein Anstieg um 13,3 Zähler gegenüber dem Vorjahreswert (23,3 Punkte). Bei der Einschätzung der derzeitigen Geschäftslage überwiegt in der lokalen Wirtschaft noch die Zurückhaltung: Der Saldo aus positiven und negativen Äußerungen erreicht 30,6 Punkte; das sind nur 1,6 Zähler mehr als im Rezessionsjahr 2009 (29,0 Punkte).

Der Geschäftsklima-Index für die Region Oldenburg (Landkreise Ammerland, Friesland, Oldenburg, Wesermarsch und die Städte Oldenburg und Wilhelmshaven) liegt mit 36,0 Punkten (Vorjahr: 28,8 Punkte) knapp über dem Weser-Ems-Durchschnitt. Leicht unter dem Weser-Ems-Wert bleibt der Geschäftsklima-Index in der Region Leer (Landkreise Aurich, Emsland, Leer, Cloppenburg, Wittmund und Stadt Emden). Hier wurden 32,6 Punkte gemessen (Vorjahr: 31,4 Punkte). In beiden Regionen haben sich die Geschäftserwartungen gegenüber dem Frühjahr 2009 deutlich aufgehellt. Das gilt nicht für die Lageeinschätzungen: So beurteilen die Unternehmen im Leeraner Raum ihre derzeitige Geschäftslage schlechter als im Vorjahr.

Krise drückt auf Umsätze – Arbeitsmarkt stabil

Die Wirtschaftskrise hat die Umsatzzahlen der Weser-Ems-Unternehmen deutlich negativ beeinflusst. Lediglich jeder sechste Mittelständler (16,8 Prozent) konnte seinen Umsatz gegenüber dem vergangenen Herbst ausweiten, nachdem das im Vorjahr noch 31,8 Prozent der Befragten gelang. Ein Umsatzminus musste gut ein Drittel der Unternehmen hinnehmen (35,0 Prozent; Vorjahr: 27,5 Prozent). Witterungsbedingt verlief die Umsatzentwicklung am Bau besonders schlecht. Jeder zweite Baubetrieb (49,6 Prozent) meldet Umsatzrückgänge.

Der Mittelstand sorgt für Stabilität für den regionalen Arbeitsmarkt. Der Anteil der Unternehmen, die in den vergangenen sechs Monaten zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt haben, liegt mit 18,7 Prozent zwar unter dem Vorjahreswert (23,6 Prozent). Allerdings mussten auch wenigen Firmen als im letzten Jahr Stellenstreichungen vornehmen. 17,6 Prozent der befragten Unternehmen sind mit weniger Personal ausgekommen (Vorjahr: 19,1 Prozent).

Größere Einschnitte beim Personalbestand mussten die Bauunternehmen aus der Region vornehmen. 22,2 Prozent der Betriebe beschäftigen im Frühjahr 2010 weniger Mitarbeiter als vor einem halben Jahr. Schon aufgestockt haben dagegen die Dienstleister. 22,0 Prozent der befragten Dienstleistungsbetriebe haben während des Winterhalbjahres weitere Mitarbeiter eingestellt.

Investitionen ziehen an – gute Umsatzaussichten

Für die Umsatzentwicklung in den kommenden Monaten sind die lokalen Unternehmen sehr optimistisch. 34,8 Prozent der befragten Firmen rechnen im Verlauf des nächsten halben Jahres mit einem Umsatzanstieg. Im Vorjahr lag dieser Anteil nur bei 17,3 Prozent. Gesunken ist der Anteil der Unternehmen, die Umsatzrückgänge erwarten. Nach 25,3 Prozent im vergangenen Jahr, sind diesmal nur 13,8 Prozent der Befragten pessimistisch.

Die in die Zukunft gerichtete Investitionsbereitschaft zieht wieder an. 47,5 Prozent der befragten Unternehmen planen ein Investitionsvorhaben. Das ist ein um knapp drei Prozentpunkte höherer Anteil als im Vorjahr (44,7 Prozent) und auch höher als im bundesweiten Durchschnitt (44,3 Prozent). Überdurchschnittlich stark ist die Investitionsbereitschaft im gewerblichen Bereich sowie im Dienstleistungssektor.

Die Personalplanungen der Mittelständler signalisiert ebenfalls Zuversicht: 73,9 Prozent der befragten Betriebe werden an ihrem Personalbestand festzuhalten. Neueinstellungen wollen 17,9 Prozent der Unternehmen vornehmen (Vorjahr: 11,4 Prozent); eine Verkleinerung der Belegschaft planen lediglich 6,4 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 16,1 Prozent). Dabei dürften die Dienstleister der Job-Motor der Frühjahrs- und Sommermonate sein. Fast ein Viertel der Dienstleistungsunternehmen (23,9 Prozent) sieht eine Personalaufstockung vor. Große Mittelständler werden tendenziell abbauen.

Finanzierungsbedingungen weiter restriktiv empfunden

Gut ein Viertel der Weser-Ems-Unternehmen (25,2 Prozent) berichtet von verschlechterten Finanzierungsbedingungen. Dieser Anteil hat sich zuletzt zwar leicht verringert. So waren im Vorjahr noch 29,3 Prozent der Befragten von Finanzierungshemmnissen betroffen. Allerdings wird immer noch von Ablehnungen des Kreditantrages berichtet (18,8 Prozent der Unternehmen). Eine Kreditklemme für den Mittelstand ist damit nicht auszuschließen.

Erschwerend kommt die schlechte Ertragslage der letzten Monate hinzu, wodurch kaum ein Eigenkapitalpolster aufgebaut werden konnte. Lediglich jeder Siebte (14,76 Prozent) meldet Gewinnsteigerungen, ein Drittel der Unternehmen musste Einbußen hinnehmen. Hoffnung zeigt sich aber bei den Gewinnerwartungen: 26,9 Prozent der Befragten rechnen mit einem Gewinnanstieg. Im Vorjahr waren es nur 16,2 Prozent.



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Tel.:
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Wirtschaftslage Weser-Ems Studie Frühjahr 2010
(PDF, 188 KB)
Präsentation: Wirtschaftslage Weser-Ems Frühjahr 2010 (Pressekonferenz)
(PDF, 209 KB)
 
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