| |
Der Produktfinder
|
Welche Creditreform
Produkte passen zu
Ihrem Unternehmen?
Produkt finden |
|
|
|
Startseite
Info-Center
Fachartikel & Checklisten
Unternehmensführung
Archiv
Einer für alle
Einer für alle
Viele Risiken, ein Vertrag – immer mehr Anbieter der Versicherungsbranche schnüren für ihre Kunden so genannte Multi-Risk-Pakete. Je nach Branche, Unternehmensgröße und Aufgaben kommen diese Kompaktlösungen für allem kleineren Betrieben zu Gute.
Rundum versichert mit einfachem Konzept – nach diesem Motto bieten etliche Versicherer speziell kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) einen Vertrag für die Abdeckung sämtlicher relevanten Risiken: Alle Leistungen der technischen und kaufmännischen Betriebsversicherungen inklusive der Gebäudeversicherungen werden in einem einzigen Vertrag gebündelt. Dieser bietet Schutz bei allen möglichen Unglücken – bei Feuer ebenso wie bei Transportschäden oder gar bei Ertragsausfall. "Multi-Risk-Versicherungen" nennen die Versicherungsgesellschaften das.
"Unsere Leistungen für Mittelständler sind nach Handel, Handwerk, Dienstleistung und Produktion gegliedert", erklärt Gothaer-Konzernchef Werner Görg: "Angeboten wird jeweils eine Multi-Risk-Police, eine auf die Zielgruppe zugeschnittene Palette aus Einzelprodukten." In einer Gothaer-Informationsbroschüre ist zu lesen: "Die Zusammenstellungen der Produkte orientieren sich am Sicherheitsbedarf – und da es nach Branchen und Unternehmensarten teils gravierende Unterschiede gibt, besteht eine Multi-Risk-Versicherung aus unterschiedlichen Einzelversicherungen."
Dementsprechend bietet der Versicherungsmarkt Kompakt-Policen unter anderem für den Einzelhandel, das Handwerk, das produzierende Gewerbe, die Gastronomie sowie für Sport- und Freizeitbetriebe. Die einzelnen Sparten sind weiter gegliedert, im Bereich Handwerk beispielsweise bestehen spezielle Angebote für Betriebe in der Baubranche. Zudem offeriert der Markt gebündelte Leistungen – speziell für Unternehmensinhaber, Personal, Betrieb, Fuhrpark und Freiberufler.
Bedarfsgerechtes Rundumpaket
Die Leistungen für den Inhaber umfassen vor allem die finanzielle Altersicherung, die Absicherung bei Krankheit, Unfall und Pflege sowie die Haftung als Geschäftsführer. Das Angebot für das Personal weist hauptsächlich Produkte der betrieblichen Altersversorgung auf, etwa Pensionskasse, Direktversicherung. Pensionsplan aus Entgeltumwandlung oder die rückgedeckte Unterstützungskasse. Leistungen für den Betrieb sehen in erster Linie die Absicherung von Sach-, Ertrags- und Haftungsrisiken vor, dann den Schadensersatz inklusive Ertragsausfall, bezogen auf Beschädigung oder Zerstörung von Sachwerten oder von Waren auf dem Transportweg.
Leistungen im Bereich Fuhrpark umfassen die Voll- oder Teilkasko sowie die Unfallversicherung. Besondere Sicherungskomplettangebote für Freiberufler und Selbständige gibt es zum Beispiel für Apotheker, Architekten, Ingenieure, Rechtsanwälte, Unternehmensberater, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Sie beinhalten im wesentlichen Produkte für die betriebliche Altersversorgung, Berufshaftpflicht, Elektronikversicherung und Rechtschutz.
Geld bei Stromausfall
Die Zusammensetzungen der Multi-Risk-Policen können sich aufgrund von Bedarfsänderungen neu ergeben. Die Gothaer beispielsweise hat Photovoltaik-Anlagen mit aufgenommen. Liefert die Einrichtung auf dem Firmengelände des Kunden keinen Strom für Produktion und Büro mehr, wird der dadurch entstandene Schaden ersetzt. Gerling bietet besondere Multi-Risk-Leistungspakete für Unternehmensgründer und für Unternehmen, die neue Geschäftsbereiche aufbauen oder in neue Märkte expandieren wollen.
Je nach Unternehmen gehören auch individuelle Sonderabsicherungen zum Multi-Risk-Leistungspaket: So gibt es für Firmen der Kunst- und Antiquitätenbranche eine besondere Kunstversicherung, die auch einen Hilfsservice bei Kunstdiebstahl beinhaltet. Bei Baufirmen beinhalt eine Einzelversicherung die Absicherung von Gefahren aus Bauleistungen. Dabei handelt es sich um gebündelte technische Betriebsversicherungen gegen unvorhergesehene Bauunfälle während der Bauphase – an der versicherten Bauleistung ebenso wie an der zugehörigen Baustelleneinrichtung.
Für Unternehmen der etwa gibt es Angebote, die beispielsweise den Schaden ersetzen, der durch den Ausfall einer Veranstaltung entstanden ist. Und bezogen auf Veranstaltungen bestehen nochmals Leistungsunterschiede: Für Motorsport-Events gibt es ein Sonderpaket, zu dem auch eine Zuschauer-Unfallversicherung gehört. Und bezogen auf den Ausfallgrund kann nochmals gesondert vorgesorgt werden, zum Beispiel mit einer Schlechtwetter- oder Regen-Versicherung. Zu empfehlen für gewerbliche Veranstalter, die Open-Air-Festivals, Fußballmatches, Wettrennen, Theater-, Opern- und Konzertereignisse im Freien planen. Ulf Lotze von der Handwerkskammer in Chemnitz: "Wer so etwas macht, muss bereits vor der Veranstaltung hohe Kosten auf sich nehmen, die er bei Ausfall der Veranstaltung wegen Schlechtwetters nicht wieder hereinbekommt, weil er die bereits verkauften Karten rücklösen, die Gagen für die Mitwirkenden bezahlen muss." Gut also, dass es die branchenspeziellen Angebote gibt.
Checkliste: So finden Sie den richtigen Versicherungspartner
Für die optimale Unternehmensabsicherung haben Axel Schwiersch und Torsten Voigts, Geschäftsführer der Finance Circle in Buxtehude, die folgenden Tipps:
- Schwerpunkte setzen:
Verschaffen Sie sich vor dem ersten Kontakt mit einer Versicherungsgesellschaft einen Überblick, welche Unternehmensrisiken bestehen, welche Risiken müssen oder können abgesichert werden – und welche Versicherungen werden sofort oder später benötigt?
- Risiken bewerten:
In Zusammenarbeit mit einem Experten empfiehlt sich eine Risikoanalyse. Zu bestimmen ist: Welche Risiken sind versicherbar, welche nicht? Weiter ist der Abdeckungsbedarf zu unterteilen nach: existenzvernichtend (Muss-Versicherung), existenzbedrohend (Soll-Versicherung), existenzgefährdend (Kann-Versicherung), existenzunabhängig (Bagatellrisiken, keine Versicherung notwendig). Grundsätzlich gilt: Zuerst sind die Risiken zu versichern, bei denen ein Schaden die größten finanziellen Folgen für das Unternehmen haben kann. Danach kommt die Abdeckung der Risiken, bei denen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Schäden am höchsten erscheint. Zu klären ist auch, inwieweit ein Risiko vermieden, reduziert oder geteilt werden kann, beispielsweise mit einem Lieferanten.
- Sorgfältige Entscheidungen:
Vergleichsangebote können selbst oder über einen Makler eingeholt werden. Bei der Wahl der Versicherungen, der Versicherungsgesellschaften und dem zuständigen Ansprechpartner sind neben Konditionen auch Serviceleistungen sowie unbürokratische, schnelle Hilfestellungen im Schadensfall zu bewerten. Die Partner sollten erst nach sorgfältiger Überlegung ausgewählt sein, denn Versicherungen haben auch mit Vertrauen zu tun.
- Vorsicht bei Versicherungspaketen:
Eine Versicherung ist auf die individuellen Belange des Unternehmens zugeschnitten. In allgemeinen Versicherungspaketen oder Kombiangeboten sind oftmals Leistungen enthalten, die nicht viel nützen, aber mitbezahlt werden müssen. Anders die Situation bei Spezialkomplettangeboten für bestimmte Branchen, Berufsgruppen, Projekten oder Unternehmensarten: Sie wurden nach Umfragen und Bedarfsanalysen erstellt, sind im Vergleich zu Einzelprodukten oftmals deutlich preisgünstiger.
- Keine langen Vertragslaufzeiten:
Die Laufzeiten von Versicherungen sollten kurz sein, zum Beispiel ein Jahr, damit auf günstigere Angebote besser und schnell reagiert werden kann. Dies gilt nicht für Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen.
- Deckungszusage fordern:
Die Erstellung einer Police kann einige Wochen dauern, deshalb empfiehlt sich, auf eine schriftliche Deckungszusage ab dem Tag der Antragstellung zu bestehen, so dass eventuell auftretende Schäden bis zur Vorlage der Police auch wirklich versichert sind.
- Abweichungen vom Antrag:
Veränderungen der im Antrag getroffenen Vereinbarungen, die durch Abgleich des Vertrags oder der Police mit dem Antragsdurchschlag festgestellt werden, sind innerhalb eines Monats der Versicherungsgesellschaft schriftlich mitzuteilen. Der Antragsdurchschlag ist ein Vertragsbestandteil.
|
|
aus "Creditreform – das Unternehmermagazin aus der Verlagsgruppe Handelsblatt",
Autor: Klaus Hirschmeier
|
|
|