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Liquidität aktiv managen
Liquidität aktiv managen
Creditreform Unternehmermagazin
Creditreform Magazin, 12.11.2010
Wie Mittelständler durch internationales Cash- Management Kosten senken und Liquiditätsengpässe vermeiden.
Die deutsche Wirtschaft wird – nicht zuletzt im Außenhandel – erfolgreich von den Schultern mittelständischer Unternehmen getragen. Internationale Geschäftsbeziehungen sind somit keineswegs den Großkonzernen vorbehalten – sie sind auch für viele Mittelständler eine Selbstverständlichkeit. Für das Unternehmen ergibt sich hieraus eine komplexe Aufgabenstellung, mit der sich in Großunternehmen spezialisierte Treasury-Abteilungen beschäftigen: Es gilt Liquiditätsströme, Währungsrisiken sowie lokale und grenzüberschreitende
Zahlungstransaktionen zu managen.
Alle Konten im Blick
Eine der zentralen Herausforderungen ist die Liquiditätssteuerung in Hinblick auf die unternehmens- beziehungsweise konzernweit im In- und Ausland geführten Konten mit nicht selten täglich wechselnden Soll- und Habensalden. Die Geldaufnahmen beziehungsweise -anlagen zinsoptimal zu koordinieren, ist dabei umso wichtiger, je höher die Differenz zwischen Guthaben- und Sollzinsen beziehungsweise die Auslastung lokaler Kreditlinien sind.
Cash-Management-Strukuren wie etwa „Target- oder Zerobalancing“ helfen hier, vorhandene Liquidität dort einzusetzen, wo sie benötigt wird. Überschüssige Liquidität lässt sich durch ein automatisiertes Pooling auf einem Spitzenkonto grenzüberschreitend zusammenführen (siehe Grafik), der Anlagebetrag beziehungsweise die Konditionen können hierdurch merklich optimiert werden.
Ebenso werden lokale Kredit-Inanspruchnahmen zu Lasten eines definierten Hauptkontos täglich oder in einer definierten Regel ausgeglichen. Dies schont Liquiditätsspielräume und senkt vor allem Finanzierungskosten. Wichtig zu wissen: Die Zahlungsbewegungen erfolgen in der Regel „same day“.
Worauf es sonst ankommt
Cash-Management-Services (also internationale Kontoservices wie Auslandskontoführung, Reporting, Cash-Pooling, Elektronik Banking Plattform oder elektronischer Zugang) können in beliebiger Zusammensetzung und nach individuellen Bedarfen konfiguriert und als Bankdienstleistung aus einer Hand angeboten werden. Auf welche folgende Leistungskomponenten ein Mittelständler dabei achten sollte, verrät die Checkliste (siehe Kasten).
In vielen Fällen ist es sinnvoll, wenn die Hausbank beim Cash-Management mit einer oder mehreren Partnerbanken kooperiert. Auf diese Weise addieren sich die Expertisen der beteiligten Banken. Das angebotene Länderspektrum wird dadurch in der Regel ebenfalls größer. Die Postbank zum Beispiel arbeitet beim Cash-Management mit der Deutschen Bank zusammen. Ihre Kunden profitieren dadurch einerseits von den Kompetenzen der Postbank als Zahlungsverkehrsspezialist, andererseits von dem weltweiten Filialnetz der Deutschen
Bank.
Autor: Volker Löwer ist Leiter "Business Development" der Postbank Firmenkunden AG
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